Wir lernen früh, wie wir zu sein haben. Als Tochter, Mutter, Partnerin, Freundin, Kollegin…. Wir lernen, was erwartet wird, was sich gehört und womit wir nicht anecken.
Wir spielen unsere Rollen so selbstverständlich, dass wir gar nicht mehr bemerken, dass wir uns in einer Rolle befinden.
Ich kenne dieses Spiel ziemlich gut, denn ich habe lange mitgespielt und war richtig gut darin.
Bis ich angefangen habe, die Spielregeln zu hinterfragen.
Du merkst oft erst beim Ausziehen, wie eng deine Schuhe wirklich waren.
Kennst du dieses Gefühl, wenn du nach einem langen Tag endlich deine Schuhe ausziehst und plötzlich merkst, wie sehr sie gedrückt haben?
So ähnlich ist es mit manchen Vorstellungen, die wir von uns selbst haben.
Wir gewöhnen uns daran, immer stark zu sein, alles im Griff zu haben, niemanden zu enttäuschen und selbst dann weiterzumachen, wenn wir längst spüren, dass etwas nicht mehr passt.
Ich habe viele Jahre in solchen Schuhen verbracht. Nicht, weil mich jemand dazu gezwungen hätte, sondern weil ich selbst davon überzeugt war, dass ich genau so sein müsste.
Und weißt du was? Du kannst in ziemlich unbequemen Schuhen erstaunlich weit laufen.
Aber nur weil du gelernt hast, darin zu laufen, heißt das noch lange nicht, dass sie zu dir passen.
Irgendwann war für mich klar: Diese Schuhe sind mir zu eng geworden und ich habe keine Lust mehr, mich passend zu machen.
Wer mich kennt, weiß: Am liebsten laufe ich mittlerweile barfuß.
Dieses Bild passt gut zu dem, worum es mir geht: Nicht mehr in vorgefertigte Rollen und Erwartungen passen zu müssen, sondern frei auf das Leben reagieren zu können.
Ob ich im Büro sitze, einen Workshop leite, Mutter, Ehefrau oder Freundin bin. Ich bin die, die ich bin. Warum sollte ich für jede dieser Situationen in eine andere Rolle schlüpfen? Warum sollten bestimmte Eigenschaften nur in bestimmten Lebensbereichen ihren Platz haben?
Ich möchte beweglich bleiben. Im Denken, im Fühlen, im Handeln. Mit mir selbst so verbunden sein, dass ich wahrnehmen kann, was gerade ist, und bewusst entscheiden kann, wie ich damit umgehe.
Mal wild, mal weich, mal mutig, mal vorsichtig, mal laut, mal still. Nicht abhängig davon, welche Rolle ich gerade ausfüllen soll, sondern davon, was die Situation braucht und was sich für mich stimmig anfühlt.
Das ist für mich innere Freiheit: nicht auf eine bestimmte Art sein zu müssen, sondern die Wahl zu haben.
Barfuß spüre ich den Boden unter meinen Füßen. Mal ist er weich, mal steinig, mal warm, mal überraschend kalt. Und mit jedem Schritt bewege ich mich neu.
Eigentlich ein schönes Bild für das Leben, oder?
Das Leben verlangt uns ganz Unterschiedliches ab. Mut, wenn wir neue Wege gehen. Geduld, wenn sich etwas nicht verändern lässt. Ein klares Nein, wenn wir unsere Grenzen spüren, oder ein offenes Ja zu etwas, das wir noch gar nicht kennen.
Je mehr wir mit uns selbst verbunden sind, desto leichter fällt es uns, wahrzunehmen, was gerade ist und wie wir damit umgehen möchten. Wir müssen nicht für jede Herausforderung eine fertige Antwort haben, nicht alles im Voraus durchdenken oder kontrollieren.
Aus dieser Verbindung wächst Vertrauen. Vertrauen in unsere Wahrnehmung, unsere Entscheidungen und unsere Fähigkeit, auch mit unerwarteten Situationen umzugehen. Wir dürfen uns irren, unsere Meinung ändern, neue Erfahrungen machen und daran wachsen.
Genau hier entsteht auch wieder Vertrauen ins Leben. Ein Vertrauen, das viele von uns zwischen Erwartungen, Verpflichtungen und dem Wunsch nach Sicherheit verloren haben.
Es bedeutet nicht, dass alles nach unseren Vorstellungen verläuft. Es bedeutet, dem Leben mit all seiner Unvorhersehbarkeit begegnen zu können, ohne ständig dagegen ankämpfen oder alles unter Kontrolle halten zu müssen.
Wir sind nicht getrennt vom Leben. Wir sind mittendrin und ein Teil davon. Lebendig, beweglich und verbunden.
Psychologie trifft Spiritualität.
Zwei Wege, die sich in meiner Arbeit verbinden. Fundierte Methoden geben Struktur, spirituelle Tiefe öffnet den Raum für Dich.
Die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde für Psychotherapie wurde mir von dem Gesundheitsamt (Der Oberbürgermeister) der Stadt Krefeld erteilt.
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Kenne alle Theorien, beherrsche alle Techniken - aber wenn du eine menschliche Seele berührst, sei einfach eine andere menschliche Seele.
C. G. Jung
Wachstum beginnt nicht mit Härte, sondern mit einer Haltung von Zuwendung gegenüber dem eigenen inneren Erleben.
Sich nicht länger formen zu müssen, sondern sich zeigen zu dürfen, öffnet den Raum für echte innere Freiheit.
Innere Prozesse zeigen sich im Denken, im Fühlen und im Körper. Begleitung wird tragfähig, wenn alle Ebenen einbezogen werden.

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